USA West Teil 1

Wir sind wieder in den USA und die erste Burgerbude war unsere nach 3 Monaten wieder einen richtigen Hamburger essen¿ mmmhhh lecker. Wer haette gedacht, dass man so einen Heisshunger auf Fast Food haben kann, aber nach unserer schlechten Erfahrung in Chiappas, haben wir uns nicht mehr an jegliches mexikanisches Esssen in Restaurants getraut¿ Es gab also viel Pasta, Reis und Tomaten-Avocado-Salat. Wir fuhren von der Grenze nach Norden ueber herrliche schlaglochfreie und kurvenreiche Bergstrassen entlang des Cleveland National Forest und kamen nach 2 Tagen in Palm Desert an. Was fuer eine kuenstliche Stadt inmitten der Wueste. Palmbaeume, angelegte Golfclubs und Wohnviertel entlang der Hauptstrasse, links und rechts Fast Food Restaurants und jegliche Supermaerkte, die man sich vorstellen kann. Was fuer ein Unterschied zu Mexiko. Wir waren wieder im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten und des Konsums!

In Indio, auf dem Weg zum Joshua Tree National Park fanden wir einen Haendler, bei dem wir neue Reifen bestellen und montieren konnten. Beim AAA (dem Pendent zum ADAC) holten wir uns die kostenlosen Karten fuer die westlichen Staaten und waren endlich auch wieder mit gutem Kartenmaterial ausgestattet. Der Joshua Tree National Park war super. Wir sind vom Sueden in Richtung Norden quer durchgefahren und waren ueberrascht von all den bluehenden Kakteen, Joshua Baeumen und Felsen, die scheinbar willkuerlich in die Natur geworfen scheinen. Weiter ging es in Richtung Kueste, vorbei an schneebedeckten Bergen, Seen und toller Motorradstrecke. Leider sind wir sehr frueh im Jahr und es war sehr sehr kalt, zu kalt um am See bei 1800m zu uebernachten, aber was fuer eine herrliche Natur mit Blick auf die Berge. Den Blick auf die schneebedeckten Berge hatten wir am Sattlebag Buttle State Park auch noch, aber wir waren wieder in der Mojave Wueste. Der Wind blies uns um die Ohren und das Zelt aufzustellen bedurfte einiges an Uebung, die wir nach mittlerweile 10 Monaten Reisen ja auch schon haben. Nachts schliefen wir trotz oder gerade wegen der Kaelte in der Wueste mit unseren warmen Sturmhauben, die wir eigentlich zum Motorradfahren haben. Auch am naechsten Morgen merkten wir deutlich, dass es noch April und nicht schon Sommer ist, als wir ueber einen Bergkamm in Richtung Westen fuhren, viel gesehen haben wir nicht, denn es war so nebelig, dass wir kaum 10 meter nach vorne schauen konnten. Langsam ging es also den Berg hinab in die Sonne und an die Kueste.

Im Pismo Beach State Park stellten wir unser Zelt auf und machten Bekanntschaft mit zwei netten Amerikanern. Beim Lagerfeuer sprachen wir ueber Gott und die Welt. Doch die Fahrt ging fuer uns am naechsten Tag weiter entlang der Kueste gen Norden. Die Strecke war weniger beeindruckend als ich dachte, eine schoene Kueste, aber die Kueste der Baja California hat mir persoenlich besser gefallen. Von Santa Cruz nach San Francisco steht ein Wohnkomplex neben dem anderen und es herrscht viel Verkehr. Teilweise fuhren wir im dichten nasskalten Nebel¿ aber wir kamen nach San Francisco und sahen die Golden Gate Bruecke vom Lincoln Park aus der Ferne¿ da es auch hier nur von Touristen wimmelte, entschlossen wir uns, wieder gen Inland und eine schoenere Bergstrasse in Richtung Yosemite National Park zu fahren. Auf dem Highway ging es endlos lang wieder nach Sueden, vorbei an San Jose und ueber den Mount Hamilton, eine super schoene kurve Strasse.. und dann passierte wieder eines dieser unvorhergesehenen Dinge, die einem waehrend einer solchen Reise halt passieren. Das Kupplungskabel der BMW riss und ich konnte nicht mehr schalten, gott sei Dank noch rechts anhalten. Und wie es der Zufall wollte, waren wir direct vor einem Campingplatz, der am Wochenende zu einem Motorradcrossplatz umfunktioniert wurde. Wir haben kurzerhand die BMW hineingeschoben und waehrend ich ganz rollentypisch Essen kochte, versuchte Thomas die BMW zu reparieren. Beim Austausch des Kupplungskabels, wir hatten gluecklicherweise ein Ersatzkabel dabei, ging die Verstellschraube am Lenker kaput. Das hiess wir mussten irgendwie eine Befestigung mit einer Schlauchschelle bauen¿ man wird erfinderisch! Am naechsten Tag fuhren wir zum BMW Haendler nach Modesto und erhielten nach laengerem Fragen die Schraube von einem anderen Motorrad ausgebaut¿ ansonsten haetten wir diese eine Schraube bestellen und am naechsten Tag nochmal vorbeifahren muessen. Es ging weiter zum Turlock Lake State Park, wo wir unseren Oelwechsel an der BMW machten und wieder voll fahrtuechtig waren.

Die Tage vergehen wie im Flug und wir waren am Yosemite National Park auch schon wieder vorbei. Eigentlich wollten wir dort uebernachten, aber es waren uns eindeutig zuviele Touristen dort. Der Ranger war unfreundlich und es war kalt, also fuhren wir weiter und uebernachteten am Lake Millerton. Eine herrliche Gegen und Thomas war so mutig und ist ins eiskalte Wasser gesprungen und hat gebadet. Ich war dieses mal ein Weichei, mir war es einfach zu kalt, schliesslich hatten wir gerade mal den 10.04.08 und es ist immer noch Fruehling und nicht Sommer. Unser naechster Halt fuehrte uns zum Sequoia National Park mit riesigen Sequoia Baeumen. Schnee lag noch am Strassenrand, aber die Baeume waren das viel interessantere zu bestaunen. Wahnsinn diese uralten riesigen roten Baeume. Auf dem Campingplatz trafen wir dann Joice und Albert aus Holland und sprachen am Lagerfeuer bis spaet in die Nacht ueber unsere Eindruecke und Erlebnisse in der unglaublichen Natur von Amerika. Am naechsten Tag ging es fuer uns weiter mit neuen Eindruecken. Gestern noch im Schnee und Kalte und am naechsten Tag schon wieder in der Wueste. Wir fuhren durch wunderschoene kurvige Strassen in der Weidenlandschaft von Kalifornien, vorbei an sportlichen Radfahrern und Laeufern die Berge hinauf und wieder hinab, an malerischen Seenlandschaften mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Frische Fruehlingsluft wehte uns um die Ohren, als wir am Lake Isabella unser Zelt auf steinigen Boden aufstellten.

Die Sonne schien und strahlend blauer Himmel gefolgt von einem atemberaubenden Sonnenuntergang mit Lagerfeuer als Abschluss. Ich kann mir im Moment nichts schoeneres vorstellen.

Albert Einstein sagte: Look deep into nature, and then you will understand everything better.

Ich weiss nicht, ob ich Dinge besser verstehe, aber jeden Tag erfahre ich mehr und sehe und empfinde die Natur und ich bin einfach nur ueberwaeltigt, fasziniert. Der Wechsel von gruener Natur, Schnee, Baeumen, Kaelte¿und 200km weiter suedwestlich waren wir auch schon im Red Rock State Park. Auswaschungen von Felsformationen aus Sandstein, Farbenwechsel von gelb, braun, grau zu aller Art von Rottoenen und Hitze.

Heftiger Foen wehte uns um die Ohren, als wir im Death Valley ankamen. Felsartige Berge aus roten, gelben und weissen Sandstein, verwehte und abgebrochenes Gestein links und rechts und inmitten durch fuehrte die Strasse zur ersten Campmoeglichkeit. Der Wind wehte so stark, dass unser Zelt trotz Befestigungen mit Stein und am Motorrad nachts fast davon wehte¿ nach einer kurzen Nacht ging es fuer uns also am naechsten Tag weiter. So wechselhaft die Natur in Kalifornien bereits vorher war, so wechselhaft war sie auch im Death Valley, vom Felsen und Sandstein zu flacher Sandwueste mit Sandduenen, Steincrater aus vulkanischem Gestein, schwarzer Sand zu getrockneten Salzbetten weiter suedlich und Oase in Furnace Creek. Wer die Wueste mag, wird Death Valley lieben¿ kleine Strueppe und Kakteen ueber den grauen, schwarzen, gelben Stein und Sand, dazwischen tun sich Huegel und Berge aus roten, braunen und goldfarbenen Felsen auf. In Furnace Creek trafen wir auf Paul und Guylane aus Victoria (Kanada) und verbrachten zwei interessante Abende mit viel Reden, Reden und Reden

Vom Death Valley fuehrte uns der Weg zur Lake Mead National Recreation Area, wo wir in Cottonwood Cove das Wochenende verbrachten. Eigentlich dachten wir an Ruhe, Erholung vom Fahren und Entspannung, aber wir konnten ja nicht ahnen, dass es ein beliebtes Ausflugsziel fuer Mexikaner war und es war ausgerechnet Wochenende¿ laute Musik aus allen Autoradios und Kinder in Schaaren verfolgten uns die ganzen 2 Tage. Sonntagabend wurde es ruhiger auf dem Campingplatz und wir konnten die Nacht mal wieder durchschlafen. Unser Weg fuehrte uns am naechsten Tag nach Norden vorbei an wunderschoenen Bergen und Felsformationen, rot-, gelb- und orangefarbenen. Herrliche Farbmuster, die wir in den letzten Tagen oft bestaunen durften¿ ich hoffe mein geistiges Auge kann ueberhaupt soviele Eindruecke aufnehmen¿ vermutlich wird es uns erst richtig bewusst, was wir alles erlebt haben, wenn wir wieder daheim sind und die Fotos anschauen

Im Zion National Park haben wir uns ganz touristisch in den Shuttle Bus gesetzt und zu den interessanten Stellen hinfahren lassen, eins , zwei kleinere Wanderungen gemacht und 3 Tage spaeter ging es auch schon weiter zum Coral Pink Sanddunes State Park, wo wir auf Diane und Johan mit ihrem Hund Boomer trafen. Die drei sind aus Holland und mit einem alten Militaerlaster, einem DAF, seit mehr als 8 Jahren unterwegs...die Dutch Aktion Familie¿ Wir merkten gleich, dass wir auf einer Wellenlaenge waren und so wurde aus einer gemeinsamen lustigen Nacht eine ganze Woche mit interessanten Gespraechen, vielen Tips fuer Suedamerika und mit leckerem Essen. Der Abschied fiel wie immer schwer, aber wir mussten weiter, weil die BMW uns wieder Schwierigkeiten bereitete.

Die naechsten 3 Tage fuhren wir also nach Moab zu Lyle und Roxanne, die wir bereits in Mexiko kennenlernten. In Moab wollten wir mit Hilfe von den beiden die BMW gegen ein anderes Motorrad eintauschen. Nach einem herzlichen Empfang und Aufnahme ins Gaestehaus (wir hatten wieder ein warmes Bett und Dach uebern Kopf) haben wir eine Woche lang versucht, eine Moeglichkeit zu finden, aber leider vergeblich, da wir die Motorraeder nach Kanada und nicht in die USA verschifft hatten und damit keine entsprechenden Papiere fuer die Bikes besitzen. Von Lyle und Roxanne erfuhren wir viel ueber das amerikanische Wahlsystem und die allgemeine Lebenssituation der Amerikaner und viele viele Hintergruende, die uns zuvor unbekannt waren. Was fuer interessante 6 Tage verbrachten wir gemeinsam. Wir freuten uns auch, Diane und Johan inMoab wieder zu treffen, leider hatten sie auch kleine Probleme mit ihrem Anlasser, konnten dies allerdings schneller als wir loesen¿ Am folgenden Samstag fuhren wir dann in Richtung Salt Lake City, wo wir den naechsten BMW Haendler ansteuern wollten, denn es bedarf wieder einer Reparatur, die wir nicht selber machen koennen. Aus dem trockenen Osten Utah¿s fuhren wir gen Westen und verbrachten das Wochenende im Spanish Fork Park in der Naehe des Utah Lakes. Die Uinta Mountains und Wasatch Mountains links und rechts sorgten dafuer, dass es nachts sehr kalt war und am Sonntagabend schliesslich zu regnen anfing. Der erste richtige Regen seit Monaten.. und wir mussten sodann am Montagmorgen im Regen wieder alles zusammenpacken. Die BMW wollte auch wieder mal nicht anspringen und erst mit der Starterhilfe des Nachbarn und seinem Jeep fuhr die BMW nach 10 Minuten auch mal¿ In Eiseskaelte fuhren wir in Richtung Salt Lake, wo wir jemanden aus dem BMW Anonymus Buch (BMW Mitglieder in den USA, die mit Werkzeug, Schlafmoeglichkeit und Rat zur Seite stehen) anrufen wollten. Wie der Zufall so spielt, brauchten wir niemand Fremdes anrufen und um Hilfe bitten, sondern wir trafen an der Tankstelle in American Fork auf Kent aus Provo, einer kleineren Stadt unterhalb von Salt Lake City. Wir kamen ins Gespraech und erklaerten ihm unser mechanisches Problem mit der BMW und er rief gleich seinen BMW fahrenden Freund Tom an. Nach kurzem Hin und Her Ueberlegen entschlossen wir uns, mit zu ihm nach Hause und zu seiner Familie zu fahren und den Abend dort zu verbringen, der BMW Haendler hatte montages eh nicht offen. Wir verbrachten den Abend also in der Gesellschaft von Kent und Margery und ihren 4 Kindern. Wir konnten unsere Sachen trocknen, duschen und in einem warmen Bett schlafen. Am naechsten Morgen kam sein Freund Tom mit einem Anhaenger, wir luden die Motorraeder auf und er fuhr uns und die Bikes 50 km noerdlich nach Salt Lake City zum BMW Haendler. Wir schlafen in seiner Kabin/Huette in den Uinta Mountains und geniessen wieder einmal unglaubliche Gastfreundschaft..