Kanada Teil 2

Gemeinsam mit Miles ging es nach Drumheller, wo wir uns einen Teil der Badlands von Alberta anschauten und das Dinosauriermuseum… ein bischen was zu unserer Bildung beitrugen und nun den Unterschied zwischen einem Krokodil und Aligator kennen! Miles zeigte uns ein bischen von Downtown Calgary und den Calgary Tower, den wir ohne ihn vermutlich nie gesehen haetten.. das ist das tolle, wenn man mit Freunden reist, die man unterwegs kennenlernt und die die Gegend kennen. Nach knapp 5 Wochen hiess es dann aber leider wieder fuer uns verabschieden von Miles, denn wir mussten uns langsam auf den Weg nach Vancouver machen und unsere Motorraeder verpacken fuer Suedamerika. Zum Abschied schenkte Miles uns beiden noch jeweils eine Gloeckchen, das den Roaddevil fern halten soll… eigentlich eher ein Brauch fuer Harleyfahrer, aber uns stoerte es nicht, der Gedanke ist es, der zaehlt und ich hoffe wirklich, dass die Unfallserie nun auch vorbei ist… zumindest hab ich nun genuegend Gluecksbringer:)

Unser Rueckweg nach Vancouver dauerte knapp eine Woche, wir fuhren langsam und verbrachten drei erholsame und interessante Tage mit Niklaus und Shironnie im Ski-Resort von Vernon, British Columbia. Niklaus, Inhaber eines Hotels, hatte von Eric und Gail erfahren, dass wir in Kanada unterwegs sind und hatte uns bereits im Juli per email eingeladen... so sind wir also auf unsere Rueckreise im August zu ihnen gefahren, haben uns persoenlich kennengelernt und unsere Reiseerfahrungen ausgetauscht. Leider wollte das Wetter nicht so richtig mitspielen, eine dichte Regendecke hing ueber uns, als wir am Donnerstag weiter in Richtung Whistler auf dem Sea-to-Sky-Highway fuhren… wir waren wieder im Abenteuer, dem Wind und Wetter ausgesetzt und angespannt wegen der Vorbereitung der Verschiffung. Es regnete bis wir am Freitag nachmittag in Nordvancouver bei Peter vor der Tuer standen… Peter hatte gar nicht mehr mit uns gerechnet und war auf dem Sprung, er verreiste uebers Wochenende mit Freunden auf seiner BMW und war so nett, uns den Schluessel zu ueberlassen, so dass wir wenigsten bei ihm uebernachten konnten… da standen wir nun und wussten nicht, wann er wieder kommt und ob er uns helfen wuerde, die Kisten zum Warehouse zu transportieren… also musste schnell eine andere Loesung gefunden werden.

Als wir 6 Wochen vorher bei Peter losfuhren, trafen wir Daniel, selbst ein Motorradreisender und wir hatten seine Visitenkarte aufgehoben… wir schrieben ihm eine email und meldeten uns zurueck in Vancouver und baten um seine Hilfe… wir schrieben ebenfalls ein paar Freunden in den USA und Kanada, ob jemand irgendjemand kennen wuerde, der uns eventuell weiterhelfen konnte.. und danke an alle fuer ihre Rueckmeldung... wir hatten Glueck, Daniel war unser Retter in Not!

Den Samstagabend verbrachten wir in netter Gesellschaft von Daniel und Freunden bei einem Barbecue in seinem Haus, so dass wir uns zumindest den Samstagabend nicht den Kopf zerbrachen und auf dem “Heimweg” zu Peters Wohnung machten wir noch naechtliche Bekanntschaft mit einem hungrigen Schwarzbaeren....unglaublich, mitten in der Stadt, nachts auf der Strasse machte sich ein Schwarzbaer ueber die Muelltonne her...

Am Montag rief uns dann Daniel an und teilte uns mit, dass er den Transporter von seinem Stiefvater erhalten hatte und uns am Dienstag morgen helfen wuerde, die Kisten und unser Gepaeck nach Delta zum Warehouse zu bringen... gott sei Dank, das erste Problem war geloest... nun stand nur noch das Zusammenbauen der Kisten, Verpacken der Motorraeder mit Ausbau des Vorderrades an sowie die Frage, wie kommen wir vom Warehouse zur Faehre? Busverbindungen gab es nicht... also Taxi???

Am Abend kam dann auch Peter von seinem Trip zurueck und wir verabschiedeten und bedankten uns am naechsten Morgen von ihm. Daniel fuehrte uns zum Warehouse und half uns auch beim Ausbau der Kisten und Zusammenbauen und Verpacken der restlichen Teile... es ist unglaublich, wieviel Kram man auf einem Motorrad befestigen kann... aber wir haben auch noch einige Ersatzteile mit, die wir in Valparaiso bei Martina und Enzo im Hostel deponieren wollen, nur fuer den Fall der Faelle etwas geht kaputt...?!

Thomas' Motto war, was man zum Leben braucht, passt auf ein Motorrad... und es ist wirklich erstaunlich, wir haben mehr als wir tagtaeglich brauchen... eine gesamte Satteltasche von der Honda sind nur Ersatzteile. Manche moegen sagen, dass ist nicht notwendig, aber wir waren des oefteren froh, dass wir ein Ersatzkupplungskabel dabei hatten. Und die Teile, die wir dabei und noch nicht gebraucht haben, sind gott sei dank noch nicht kaputt gegangen... aber waere es auch so, wenn wir nicht soviel 'was waere wenn Ersatzteile” transportieren wuerden? Auch wenn wir immer wieder Pakete nach Hause schicken, es wird irgendwie nie weniger an Gepaeck... obwohl wir selber gar keine Souvenirs kaufen, aber man lernt soviele freundliche Menschen kennen, die uns T-Shirts oder andere Erinnerungen schenken, dass wir immer wieder umsortieren und aussortieren muessen...

Im Endeffekt hatten wir wieder einmal Glueck und eine helfende Hand, die uns vieles bei der Verschiffung erleichterte... und das Problem des Transport zur Faehre war auch geloest, denn Daniel bot uns freundlicherweise an, uns dorthin zu fahren... wir luden ihm daraufhin zum Mittagessen ein, denn mit seiner Hilfe waren wir innerhalb von 4 Stunden fertig und die Motorraeder verpackt.

Bis auf ein Wiedersehen... und wir waren auf der Faehre nach Victoria, wo wir die kommende Woche bei Paul und Guylaine und ihren Kindern Emilie und Gabrielle verbringen wuerden... gerade noch in Vancouver, voellig erledigt von der koerperlichen und geistigen Anspannung, ob auch alles so funktioniert, und zwei Stunden spaeter auf Vancouver Island... wo uns Paul mit einem Laecheln und offenen Armen empfing und von der Faehre abholte... Guylaine hatte bereits lecker gekocht und wir fuehlten uns so herzlich willkommen... Wir verbrachten eine gemeinsame tolle Zeit, wanderten in der Gegend, waren am Hafen und wuerden herrlich verkoestigt... die Verabschiedung am darauffolgenden Montag morgen war noch schwerer als vor 2 Monaten, aber wir mussten mit der Faehre von Victoria nach Seattle fahren und unseren Flug nach Florida nehmen...

Die Einreise in die USA erfolgte bereits am Faehrhafen in Victoria, wo wir wieder den netten Beamten des Grenzschutzes Rede und Antwort standen und ohne Probleme unser Visa erhielten... wir hatten ja schliesslich auch ein Flugticket wieder raus aus den USA fuer Ende des Monats. Vor uns lag ein langer Flug quer ueber den Kontinent von Seattle nach Fort Myers in Florida. Am naechsten Morgen um 11 Uhr waren wir am anderen Ende der USA und wurden von der typischen Schwuele in Florida und Jack mit seinem Van empfangen... wir verbrachten fast 20 Tage gemeinsam mit Jack und Bev in Port Charlotte, genossen die Sonne und den Swimmingpool, abends den Whirlpool mit Blick auf die Sterne ...was will man mehr als Urlaub? Es war richtig wie Urlaub von der Reise und nun werden wir am Sonntag wieder in das naechste Flugzeug steigen und unsere Reise auf dem naechsten Kontinent in Chile fortsetzen. Wir hoffen unsere Motorraeder kommen ebenfalls im Hafen von San Antonio an und wir werden uns den naechsten Herausforderungen stellen mit Spanisch, anderem Essen und Lebensstil und die kommenden Wochen und Monate den suedlichen Teil von Amerika erkunden.