Argentinien Teil 2

Nachdem wir uns den ersten Tag bei Pollo in Azul ausgeruht hatten, machten wir uns am Mittwoch daran, die Motorraeder zu waschen und einen Oelwechsel vorzunehmen dabei stellte Thomas fest, dass ich wohl bei dem ganzen Schotterpiste fahren, zwei wichtige Schrauben verloren hatte, und zwar eine Schraube am Auspuff und eine weitere viel wichtigere, die Schraube, die den Heckrahmen verbindet. Ohje, got sei dank, schaut man sich ab und zu alles genau an. nach diesem anstrengenden Arbeitstag spuerte Thomas auch schon seinen Ruecken.. doch es sollte unser erstes Asado geben, so dass wir hoeflich warteten, langsam immer hungriger wurden und nicht bereits im Zelt vor lauter Muedigkeit verschwanden.. um kurz vor zwoelf Uhr war das Asado fertig und viele Freunde von Jorge und Moni vorbeigekommen und es begann ein typisches argentinisches Asado-Essen. Ausschlafen war am naechsten Tag angesagt und Thomas konnte sich kaum bewegen, sein ganzer Ruecken schmerzte und es begann eine weitere Episode der koerperlichen Beschwerden. die Rueckenschmerzen hielten tagelang an und der Versuch von Miriam (einer Physiotherapeutin aus Italien, die mit ihrem Motorrad alleine reist) Thomas Ruecken wieder einzurenken war vergeblich, so dass wir eine Woche spaeter auf Anraten von Moni zum Arzt im Viertel gingen und er Thomas eine Spritze in den Ruecken verpasste. fuer zwei Tage war er schmerzfrei, Moni hatte uns nochmals ueber ihren Bruder, der einen Pharmazeuten kannte, Medizin fuer den naechsten Notfall mit Bienenstichen besorgt und kuemmerte sich ruehrend um Thomas . wir verbrachten eine schoene, entspannte Zeit in Azul, wurden von Christina und Jimmy, Freunde von Jorge, zum Essen eingeladen und verbrachten einen Nachmittag in der Englischschule von Christina und sprachen mit den Kindern. Total neugierig und mit ihren zum Teil sehr guten Englischkenntnissen, stellten sie uns Fragen und wir berichteten ueber unsere Reise. was fuer eine andere Erfahrung, die neugierigen Gesichter und laechelden Augen zu sehen, die sich so ueber unseren Besuch freuten. Doch auch eine schoene Zeit an einem Ort findet sein Ende und wir fuhren nach ueber 2 Wochen in Azul weiter zur Atlantikkueste. wo wir uns im Touristenort Necochea nicht wohl fuehlten, nur eine ueberteuerte Muellhalde fanden, das sich Campingplatz nannte, und uns entschlossen irgendwo unser Zelt am Strand aufzustellen. Am naechsten Tag versuchten wir unser Glueck mit Monte Hermoso, doch auch dieser Ort gefiel uns nicht wirklich, so dass wir uns auf den Weg nach Norden in die Sierra de la Ventana machten. kaum drei Wochen nach Thomas letztem Bienenstich, hielt er wieder mitten auf der Strasse und fragte mich, ob das ein Stachel waere, den er mir auf seiner Hand entgegenstreckte. es sah aus wie ein Stachel, unglaublich, er wurde tatsaechlich durch den Handschuh in den Finger gestochen.ohne weiteres Zoegern, holte ich die Spritze heraus, die uns Moni von ihrem Bruder besorgt hatte und zog sie mit Medizin auf und spritzte sie in Thomas Hintern. daraufhin warteten wir ein paar Minuten und als er nicht umkippte, fuhren wir die letzten 2 km bis zur naechsten Tankstelle und machten dort Pause fuer ne Stunde, um zu sehen, ob es irgendeine allergische Reaktion noch einsetzte.. ausser einem geschwollenen Finger tat sich allerdings nicht und ich war froh, dass die Medizin scheinbar super funktioniert hatte.. was fuer ne Aufregung, kaum drei Wochen war der letzte Stich her.. Gott sei Dank ist dieses mal jedoch nicht viel passiert und wir verbrachten einen Ruhetag in Sierra de la Ventana. Von dort ging es weiter nach Sueden, wobei wir in Viedma eine Woche vor dem HU- Meeting ankamen und zugleich am ersten Abend per Zufall auf Oskar trafen, der das Meeting in El Condor organisiert. Wir verbrachten die Zeit in Viedma ueberwiegend mit Reparieren unseres Zeltes, denn der Reissverschluss des Innenzeltes konnte nun auch mit Einreiben von Seife nicht mehr richtig geschlossen werden und es war eine Reparatur notwendig. Wir liessen den gesamten Reissverschluss von einer Naeherin austauschen. Die Woche verging jedoch auch so sehr schnell, denn wir waren nicht die einzigsten auf dem Campingplatz in Viedma, sondern Samantha und Goh aus Singapur gesellten sich zu uns und Sebastian und Marisol, die in Viedma wohnen, erfreuten uns auch mit ihrer Anwesenheit. im Handumdrehen verging die Woche und wir fuhren zum HU-Meeting nach El Condor, was direkt am Strand gelegen war. und verbrachten ein interessantes Wochenende mit vielen weiteren Motorradreisenden, insgesamt waren wir knapp 30 Leute, ein angenehm kleines Treffen, so dass man sich mit jedem mal unterhalten konnte. Reisende der unterschiedlichsten Art waren hier, Einzelgaenger, Paaerchen, die meisten aus Deutschland oder der Schweiz und zwei Englaender. aber keine Amerikaner und wenige vertreten mit einer BMW.. Ronald, ein BMW Fahrer aus Deutschland, den wir bereits zuvor auf der Strecke getroffen hatte, kam mit Bus angereist,weil seine BMW in der Reparatur war. lediglich zwei aeltere BMW Modelle schafften es zum Treffen, die BMW eines estlaendischen Paaerchens stand in Buones Aires zur Reparatur.. die meisten Reisenden waren auf ner Transalp oder ner Honda Africa Twin unterwegs. ich frag mich nur warum, denn bei Thomas Honda mussten wir ja bisher auch nicht viel reparieren. Das Wochenende verging so schnell und die Verabschiedung von Marisol und Sebastian viel uns sehr schwer, wir hatten aber neue Reisebegleiter, so dass wir uns wieder voll umstellen mussten.Silke und Olli aus Deutschland und Samantha und Goh schlossen sich uns an und wir fuhren gemeinsam nach Sueden. verbrachten herrliche Tage bei den Pinguinen, zelteten in der Naehe von Puerto Madryn wild am Strand, fuhren wunderschoene Schotterpisten entlang der Kueste und genossen die Gesellschaft mit gutem Essen am Abend. unser Weg fuehrte uns gemeinsam bis Camarones, wo sich Samantha und Goh verabschiedeten und nur noch wir Deutschen gemeinsam mehr oder weniger gerade auf der Rute 3 nach Sueden fuhren. der Grenzuebergang nach Chile, um nach Feuerland zu kommen, verlief ohne Schwierigkeiten, innerhalb einer halben Stunde waren wir abgefertigt und alle Dokumente ausgefuellt, um am selben Tag wieder aus Chile auszureisen und in Argentinien weiter suedlich wieder einzureisen.. wir verbrachten zwei angenehme Tage in Rio Grande im Hostel Argentina und schon trafen wir wieder auf Goh und Samantha, haben sie uns verfolgt. Sie fuhren auf der Rute 40 nach Sueden und haben sich bereits den Perito Moreno angesehen.und sich entschlossen ueber Rio Gallegos nach Chile einzureisen, so wie wir auch. es war so schoen, die beiden wiederzusehen und die Begruessung fiel entsprechend herzlich aus, wir wussten wir wuerden nun nur noch die naechsten 220 km bis nach Ushuaia fahren und dann Weihnachten gemeinsam verbringen. auf dem Campingplatz in Ushuaia war es sehr kalt und auch die Feiertage wurde es einfach nicht waermer und regnete die meiste Zeit. schade, aber gott sei dank war ein Gemeinschaftsraum und eine Gemeinschaftskueche vorhanden, so dass wir einen leckeren Weihnachtsgulasch kochen konnten und den heiligen Abend in netter Runde am schoen gedeckten Tisch verbringen konnten.. wir bekamen sogar Geschenke von Samantha und Goh und von Silke. in Gedanken waren wir aber oft daheim und bei unserer Familie und dem Weihnachten vom letzten Jahr, dass wir ebenfalls ueberraschender weise in familiaerer Gesellschaft verbringen durften und die schwierige Zeit hinter uns brachten.. von Ushuaia ging es nach 4 Tagen zurueck nach Rio Grande, wo wir die letzten Tage gemeinsam mit Samantha und Goh genossen und uns traenenreich von den beiden am 28.12. verabschiedeten. sie fahren auf der Rute 3 nach Norden, um die Dakar Ralley zu sehen und wir werden uns langsam auf der chilenischen Seite nach Norden bewegen. wer weiss, wann man sich wiedersieht, sicher nicht in den naechsten Tagen oder Wochen, und es faellt mir immer noch schwer, mich von neu gewonnenen Freunden einfach so zu verabschieden, obwohl ich mich ja langsam an die Tatsache des Kommen und Gehens gewoehnt haben muesste, bin ich doch zu emotional und ist jedesmal wieder ein Schritt, damit umzugehen.nun sind wir mit Silke und Olli (www.hinundweg.de.be) und Dave aus Texas (www.allthewaysouth.com) und Theo aus Deutschland (www.world-tourer.de) in Punta Arenas und werden gemeinsam den letzten Tag eines ereignisreichen Jahres verbringen.