USA Teil 4

Als wir am 28.11. am Frankfurter Flughafen ankamen, um wieder nach Texas zu fliegen, kamen auch schon die ersten Probleme auf uns zu. Wir hatten kein Rueckflugticket von den USA nach Deutschland. Also durften wir nicht einchecken, sondern mussten zum Supervisor. Dieser erklaerte uns lang und breit, dass sie uns ohne Rueckflugticket nicht mitfliegen lassen. Wir versuchten unsere Situation zu erklaeren: Reise mit Motorrad von Kanada nach Mexiko, Unterbrechung wegen familiaerer Schwierigkeiten, Rueckflug von Texas nach Deutschland, 4 Wochen spaeter, Rueckflug von Deutschland nach Texas, Weiterreise mit dem Motorrad nach Mexiko. Nein, keine Ausnahme! Nachdem der Supervisor uns nicht half, kam ein Immigration Officer. Auch dieser sagte uns dasselbe, keine Chance. Ohne Rueckflugticket nach Deutschland duerfen wir nicht mitfliegen. Was blieb uns also 15 min vor Check-In Schluss uebrig. Wir kauften ein teures Rueckflugticket, welches wir in den USA wieder stornierten¿ angeblich wegen der Haftung der Fluggesellschaft bei der Immigration in den USA ¿ der Witz! In den USA ¿ in Charlotte am Flughafen wollte die nette Frau von der Immigration kein Rueckflugticket von uns sehen¿ und wir bekamen wieder ein Visa fuer drei Monate. Nach einem endlos langen Flug waren wir in Texas endlich abends um acht Uhr ortszeit angekommen und froh, ein bekanntes Gesicht zu sehen. Robert aus Houston wartete in Dallas auf uns und fuhr uns ganze 4 Stunden von Dallas nach Houston, wo wir die erste Nacht verbrachten. Am naechsten Tag fuhren wir mit unseren Motorraedern weiter zu Steve und seinem Sohn Wesley, wo wir die folgenden Tage verbringen sollten. Steve hatte uns freundlicherweise bereits im November von Houston nach Dallas gefahren, als wir unseren Rueckflug nach Deutschland antraten. Unglaublich mit was fuer einer Selbstverstaendlichkeit wir wieder empfangen wurden¿ Wir verbrachten eine Woche in den Woodlands bei Steve und Wesley und konnten die amerikanische und mexikanische Kueche bereits ein wenig kennenlernen ( Cadienfood, Crawfish, Tamales etc.) Rade, der andere Sohn von Steve, bescherte uns ein leckeres Essen in seinem Haus und guenstige Reifen, so dass wir nach einer Woche wieder weiterfahren konnten.

Wie herrlich, wieder im ¿Sattel¿ zu sitzen und den Wind zu spueren. Wir fuhren am ersten Tag nicht weit, denn bis wir gepackt hatten und unterwegs waren, war es bereits Mittag. Wir stellten unser Zelt, dass wir neu aus Deutschland mitgebracht hatten, im Lake Sommerville State Park auf. Premiere! Es war fuer mich richtig ungewohnt, wieder im ¿Freien ¿ zu schlafen, so dass ich die halbe Nacht den merkwuerdigsten Geraeuschen lauschte. Etwas unausgeschlafen ging es dann weiter. Kurz vor der Kleinstadt Taylor ueberholte uns ein KTM Fahrer und fing uns in der naechsten Parkbucht ab. Wir fuhren mit ihm zu einem sogenannten Barb ecue Ride und befanden uns wieder einmal in einem Bikertreffen mit netten Motorradfahrern. Nun gut, wir waren wieder einmal die Attraktion. Es ist doch immer wieder nett, neue Leute zu treffen. Lange konnten wir nicht bleiben, denn wir waren auf den Weg nach Fredericksburg. Was fuer eine Natur. Die Hillcountry von Texas hatte mich bereits im Oktober begeistert und ich war gluecklich, wieder zurueck zu sein. Die Moeglichkeit zu haben, diese Gegend nochmals zu erkunden. Unser Ziel Fredericksburg haben wir an diesem Tag nicht erreicht, sondern kurzerhand geaendert. Wir verbrachten noch 2 Tage im Enchanted Rock State Park und genossen den roten Sandstein. Es wurde jedoch immer kaelter, so dass wir 2 Tage die Bibliothek in Fredericksburg in Beschlag nahmen. Internet, Buecher und warme bequeme Sessel, was will man mehr, wenn es draussen nasskalt ist und gerade einmal 8 grad hat. Ueberall war es weihnachtlich geschmueckt. In der sogenannten deutsche Einwanderungsstadt dachten wir, koennen wir unsere letzten Euros tauschen, aber leider haette dies 2 Tage gedauert¿ Land der unbegrenzten Moeglichkeiten!

Leider blieb es kalt und Motorrad fahren macht bei diesen Temperaturen keinen Spass, aber wie sagt man: ¿Nur die Harten kommen in den Garten!¿ Also fuhren wir weiter Richtung Big Bend National Park. Wir kamen der Grenze zu Mexiko bereits sehr nah. Im Seminole Canyon, wo der Fluss Peco in den Rio Grande muendet, waren wir bereits in den Auslaeufern der Chihuahua Wueste. Ueberall waren Kakteen und weitere Wuestenpflanzen zu sehen. Wunderschoen! Sand und Stein links und rechts. Leider war es so kalt, dass wir nur voll eingekleidet und vermummt unsere 6 Milen Wanderung zum Canyon machen konnten.

Es schien zwar die Sonne, aber der Wind war so kalt, dass sogar am fruehen Morgen unsere Motorraeder mit Eis bedeck war. Dass heisst selbst in Texas ist der Winter im Dezember eingebrochen. In der Nacht waren es 27 grad Fahrenheit, d.h. bereits Minusgrade ¿. Brrrr

Den naechsten Tag starteten wir in Eisseskaelte zum Big Bend National Park. Ein langer Weg, aber als wir endlich den Eingang zum Park erreichten, ging bereits die Sonne unter und wir hatten einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge und Steinwueste. In den unterschiedlichsten Farben!

Als wir unser Zelt aufgestellt hatten, kam nicht nur der Ranger mit ein paar Tipps vorbei, sondern auch eine kleine Gruppe von mammals. Diese sind typisch fuer den Big Bend Park und sehen aus wie kleine schmale Wildschweine. Wildlife Viewing Area ¿ direkt an unserem Zelt. Normalerweise sind diese Gegenden (Wildlife Viewing Area) gesondert ausgeschildert. Wir verbrachten 5 Tage im Big Bend National Park und sahen einen Schwarzbaeren, Mammals, Roadrunners und einen Koyoten. Der Park ist wirklich beeindruckend, nach jeder Kurve kommen neue Eindruecke, neue Felsformationen, Sandhuegel, Pflanzen, Lichter und Mondlandschaften aus Sand und Stein. Highlight fuer mich war eine Offroadfahrt durch den westlichen Teil des Nationalparks. Die Old Maverick Road 16 Milen Sand- und Schotterpiste.

Als wir den Park verliessen, dachten wir, wir haben bereits alles an beeindruckender Natur gesehen. Aber uns verschlug es die Sprache, als wir die Strasse durch den Big Bend Ranch State Park fuhren, entlang des Rio Grande. Was fuer eine schoene kurvige Strasse, was fuer eine Natur links und rechts. Es ist manchmal schwierig zu entscheiden, ob man nach vorne, links, rechts oder doch lieber in den Rueckspiegel schaut¿.Da wir uns nicht im Park angemeldet hatten, fuhren wir weiter zu den Hot Springs in der Naehe von Ruidosa, um dort zu uebernachten. Und wir hatten wieder einmal Glueck und lernten unglaublich liebenswerte Menschen kennen. Wir fuehlten uns wohl und verbrachten die naechsten Tage, inclusive Weihnachten dort. Ein tolles Weihnachtsfest mit lecker Essen, Trinken, Geschenken und viel Lachen. Es war fuer uns bereits ein Geschenk, diese Oase mit heissen Quellen in der Wueste gefunden zu haben. Zu unserer taeglichen Routine gehoerten ein heisses Bad in einer Zwei-Personen-Badewanne.

Welches Glueck hatten wir, Nelson, Kathy, Bob, Aaron, Jennifer und all die anderen kennengelernt zu haben.

Danke an alle.

Nach Weihnachten machten wir uns auf den Weg nach Presidio und sind nun in Mexiko.